Der Patient mit besonderer Vorerkrankung
Die angegebenen Hinweise gelten für unsere Praxis-Ordination und sollten mit Ihrem Behandler abgesprochen werden.

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Zahnärztliche Betreuung des bestrahlten Patienten
Ein Patient, der wegen eines Tumors im Kopf-, Halsbereich bestrahlt werden muß, bedarf einer besonderen zahnärztlichen Betreuung.
Nach der Bestrahlung kommt es häufig zu vermehrten Kariesbildung. Daher ist die Zahnhygiene beim bestrahlten Patienten besonders wichtig. Möglicherweise bittet der Arzt den Patienten zusätzlich keimtötende Spüllösungen zu nehmen, die regelmäßig verabreicht werden sollten. Spezielle Schienen können hochkonzentriert Fluor an den Zahn bringen, um die Kariesanfälligkeit zu senken. Zur Behandlung eines trockenen Mundes stehen heute neben der Wassereinahme gute Speichelersatzstoffe zur Verfügung. Zur Verminderung der Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme in der Phase der Bestrahlung und in den ersten Wochen danach haben sich entzündungshemmende Spüllösungen bewährt.
Aufwendig kann für den Patienten die Vorbehandlung des Mundes vor der Bestrahlung sein. Da der Patient in den freien Tagen vor dem ersten Bestrahlungstermin noch gerne wichtige Dinge erledigen möchte, entstehen oft Terminprobleme. Empfehlenswert ist jedoch eine gründliche Reinigung des Zahnfleisches, Erneuerung der Füllungen (falls erforderlich) und das Entfernen der zerstörten Zähne vor der Bestrahlung. Bitte machen Sie bei der telefonischen Terminvergabe auf die anstehende Bestrahlung aufmerksam, damit Sie umgehend den ersten Termin erhalten.
Sollte nach Strahlungsbeginn bis einige Jahre danach eine zahnärztliche Behandlung notwendig werden, so lassen Sie sich bitte vor dem Behandlungstermin einen Beratungs- und Untersuchungstermin geben, denn bei vielen größeren Behandlungen empfiehlt sich die vorherige Gabe von Antibiotika, manchmal führt man die Behandlungen auch lieber im Krankenhaus durch.
Zahnärztliche Betreuung von Herzschrittmacherpatienten
Patienten mit Herzschrittmacher brauchen heutzutage keine besonderen Bedenken mehr bei der zahnärztlichen Behandlung haben. Sicherlich ist es wichtig, daß der Patient schon bei der Anmeldung den Schrittmacher erwähnt. Während der Behandlung wird dann ein Gerät angeschlossen, daß ständig den Puls und die Sauerstoffsättigung mißt. Weiterhin werden alle Elektromotoren in einen anderen Raum verfrachtet. Sicherheitshalber kann sollte man auch seinen Hausarzt fragen. Dieser wurde meist genau über den Typ des verwendeten Schrittmachers informiert und in der Beschreibung werden oft detailliert mögliche Störfaktoren beschrieben. Eine generelle Antibiotikagabe zur Vermeidung einer Herzentzündung (
Endocarditis) wird nicht mehr durchgeführt. Sollten die Patienten mit einem Herzschrittmacher jedoch vom Herzspezialisten eine entsprechende Antibiotikaempfehlung erhalten haben z.B. weil auch ein anderer Herzfehler vorliegt, so wird eine Antibiotikagabe veranlaßt. Wichtig ist dann, daß die Patienten eine Stunde vor dem Eingriff schon in der Praxis sind, damit das Antibiotikum rechtzeitig als Tablette gegeben werden kann. Wichtig ist außerdem, daß solche Patienten schon bei der Terminvergabe die Art des geplanten Eingriffs angeben, damit wir Sie beraten können, ob bei der geplanten Maßnahme auch das Antibiotikum gegeben werden muß. Zum Beispiel muß nicht bei jeder Spritze ein Antibiotikum gegeben werden. Allerdings ist die Gabe bei der "einfachen" Zahnsteinentfernung sinnvoll, auch wenn hier keine Spritze notwendig sein sollte.Zahnärztliche Betreuung von Markumar®-Sindrom® Patienten
Patienten, die blutverdünnende Medikamente bekommen, sollten mindestens eine Woche vor dem Behandlungstermin einen Beratungstermin vereinbaren. Wir können dann mit dem Hausarzt noch rechtzeitig notwendige Umstellungen absprechen. Empfehlenswert sind für diese Beratungstermine Zeitspannen, in denen auch die Praxis Ihres Hausarztes besetzt ist!!! Nehmen Sie bitte Unterlagen mit Ihren letzten Quickwerten ( oder INR mit). Falls Sie in letzter Zeit Medikamente wie Schmerzmittel oder Antibiotika eingenommen haben, ist die genaue Bezeichnung für uns wichtig, da sie die Blutgerinnung beeinflussen können.
Zahnärztliche Betreuung von Patienten mit ASS (Acetylsalicylsäure, Spalt, Thomapyrin)
Durch dieses Medikament wird die Funktion der Blutplättchen zur Blutgerinnung beeinträchtigt. Das kann beabsichtigt sein, z.B. um eine Bildung von Blutgerinnseln an den Herzgefäßen zu verhindern. Manchmal wird dieses Medikament aber auch zu intensiv bei Schmerzen eingenommen. Dann kann es zu schwer stillbaren Blutungen nach zahnärztlichen Operationen kommen.
In den Fällen von ASS Einnahme halte ich ein Beratungsgespräch einige Tage vor der Operation für sinnvoll. Der Operateur kann dann mit dem Hausarzt absprechen, ob ASS rechtzeitig, d.h. mehrere Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden kann. Bitte setzen Sie auf keinem Fall selbständig ASS ab, da die dann wieder aktivierte Blutgerinnung zu ernsthaften Komplikationen z.B. am Herzen führen könnte.
Zahnärztliche Betreuung von Patienten von Willebrand Syndrom.
In der Regel wissen Patienten mit dieser Veränderung schon, daß man mit Desmopressin ihren eingeschränkten Blutgerinnungsfaktor anheben kann.Wichtig ist auch hier ein vorheriger Beratungstermin vor der Operation.
Zahnärztliche Betreuung des Patienten mit einer Organverpflanzung
Auch hier sollte zahnärztliche Behandlung vor der Verpflanzung abgeschlossen sein. Wichtig ist, daß nicht erst abgewartet wird, bis das geeignete Organ zur Verfügung steht! Grund für diese Empfehlung sind die Nebenwirkungen von Medikamenten, die die Abstoßungsreaktion gegen das verpflanzte Organ verhindern. Gerade hier benötigt der Zahnarzt (Kieferchirurg) häufig genaue Angaben über den Zustand des Patienten, denn in vielen Fällen ist eine Antibiotikagabe sinnvoll und manchmal wird die Blutgerinnung künstlich herabgesetzt. Bestehen schon schriftliche Empfehlungen von Seiten des Transplantionszentrums so sollten diese auf jeden Fall zur Beratung mitgebracht werden! Nach der Verpflanzung kommt es häufig zur Wucherung des Zahnfleisches. Das ist nicht schlimm, man kann die störende Schleimhaut heute gut mit dem Laser abtragen. Wichtig ist hier vor allem Reinigung des Zahnes. Diese sollte regelmäßig vom Zahnarzt unterstützt werden.
Sollten Sie einmal zum zahnärztlichen Notdienst müssen, so nehmen Sie bitte die Telefonnummern Ihres Transplantationszentrums mit, da in den meisten Fällen der Zahnarzt Rücksprache mit dem Transplantationszentrums halten wird (z.B. muß bei Herzverpflanzten in vielen Fällen Cortison vor dem Eingriff gegeben werden)
Zahnärztliche Betreuung von Patienten mit Mukoviszidose
Bitte geben Sie bei der Terminvergabe gleich Ihre Erkrankung mit an. Zu optimalen Betreuung bereiten wir gerne eine Suerstoffflasche vor und messen die Sauerstoffsättigung im Blut. Da der Hustenreiz oft die Behandlung beeinträchtigt, sollten wir auch mehr Zeit für die Behandlung einplanen. Außerdem müssen wir besondere hygienische Vorkehrungen treffen. Leiden Sie gleichzeitig an Diabetes, so sollten Sie sich bei uns einen Termin gleich morgends oder nach der Mittagspause geben lassen.
Zahnärztliche Betreuung eines Patienten mit ausgedehnter Rheumaerkrankung
Patienten, die lange Cortison bekommen haben, produzieren häufig zu wenig Cortison während der Behandlung. Auch kann die Blutgerinnung bzw Wundheilung nicht optimal sein. Daher empfehlen wir aktuelle Empfehlungen des Rheumatologen mitzunehmen. Hier empfiehlt sich eine Behandlung am Vormittag.
Zahnärztliche Betreuung des Asthmakranken
Bei der Asthmaerkrankung besteht eine Überempfindlichkeit der Atemwege auf bestimmte Reize. Die Schleimhaut der Atemwege schwillt bei entsprechendem Reiz überschießend an und kann zur Atemnot führen. Bei Kindern sind meist allergische Reaktionen die Ursache, bei Erwachsenen oft Entzündungen (Infekte) und Streßhormone.
Wir empfehlen Asthmakranken einen Termin am Morgen zu vereinbaren, um die Wartezeit möglichst gering zu halten. Weiterhin sollten Sie Ihr gewohntes Spray auf jeden Fall mitnehmen. Bitte vor der Fahrt in die Praxis genau aufschreiben, welche Medikamente in welchen Mengen eingenommen werden und weiterhin bitte den Allergieausweis nicht vergessen.
Bei Asthmatikern sollte jeder Infekt konsequent und ohne Verzögerung behandelt werden, da jeder "einfache" Infekt die Atemnot verstärken und einen Asthmaanfall auslösen kann. Durch Keime im Mund besteht eine besondere Gefahr durch die fehlende Barriere zu den Atemwegen.
Asthmakranke, die ein Cortisonspray verwenden, sollten ihre Mundschleimhäute regelmäßig untersuchen lassen, da häufiger Pilzinfektionen beobachtet werden.
Zahnärztliche Betreuung des HIV infizierten Patienten
Der Patient mit einer HIV Infektion scheut häufig seine Diagnose mitzuteilen, da er befürchtet, nicht oder unzureichend behandelt zu werden. Ich darf versichern, daß dieses Vorurteil selten zutrifft. Angst hat der Behandler vor allem vor dem Patient, der seine Erkrankung nicht mitteilt. Es ist in der Zwischenzeit eindeutig belegt, daß man sich schneller an einer Hepatitis ansteckt als an AIDS.
Der HIV positive Patient bedarf besonderer Betreuung. Das Zahnfleisch muß regelmäßig gereinigt werden. Vorsicht: Zahnfleischentzündungen werden durch Knochenschmerzen manchmal fehlgedeutet. Weiterhin sollten die Schleimhäute auf das Auftreten von speziellen Tumoren oder Pilzinfektionen untersucht werden.
Wichtig ist für den Arzt auch die Diagnose, da er aufgrund von Laborwerten (CD4) seine Behandlung genauer planen kann (z.B. Antibiotikagabe bei CD4 unter ca. 300/mm3).
Wir bitten die Termine auf das Ende der Sprechstunde zu legen, da wir verpflichtet sind, bei bestimmten Infektionskrankheiten den Operationssaal besonders zu desinfizieren (nicht nur bei AIDS und Hepatitis).
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Autor: Dr. med. univ. Dr. med. dent. Stefan Bertram Mund-Kiefer-Gesichtschirurg
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Tel: 0(049) 8654 3061 Fax: 0(049) 8654 3062