Notfälle

Bißverletzungen im Kopf-Halsbereich.

Bißverletzungen im Gesichtsbereich entstehen meist durch Hundebiß, aber auch durch Katzen, Pferde und Menschen. Meist kommt es zum Biß an Nase und Ohren. Wichtig ist eine sofortige Versorgung des Verletzten. Ein abgetrenntes Körperteil sollte kühl in Milch gelagert werden. (oder Kochsalzlösung, wenn möglich). Gefährlich sind auch vermeindlich kleine Wunden, da immer eine Menge Krankheitserreger mit dem Biß in die Wunde geraten. Besonders gefährdet sind Patienten mit Herzklappen, Zustand nach Milzentfernung, Zuckerkranke, Patienten mit Verschlußerkrankung der kleinen Arterien, immungeschwächte Patienten und Kinder unter 2 Jahren.

Nehmen Sie bitte Ihren Impfpass mit zum Arzt, wenn dadurch keine Zeitverzögerung verursacht wird, da dieser nachfragen wird, ob ein Impfschutz gegen Wundstarrkranpf besteht. Weiterhin muß eine Tollwutansteckung ausgeschlossen werden. Für die genaue Feststellung wird häufig ein Tierarzt zu Rate gezogen werden auch wenn dies eher selten vorkommt.

Lassen Sie Ihr Kind nicht mehr essen und trinken, bis der Arzt Ihnen mitteilt, daß für die Wundversorgung keine Narkose notwendig ist. Manchmal werden auch für scheinbar kleine Wunden beim Kind Vollnarkosen empfohlen. Dies kann zum Beispiel bei kleinen Wunden der Fall sein, die schräg über die Lippen-rot-weiß-Grenze verlaufen. Da bei einer Vollnarkose der Magen komplett leer sein muß, wäre es ärgerlich, wenn die notwendige Behandlung wegen eines kleinen Schokoriegels auf der Fahrt ins Krankenhaus hinausgezögert wird.

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Zahnverletzungen bei Kindern und Jugendlichen

Erkennen:

Wenn Kinder auf das Gesicht stürzen oder dort verletzt werden, so geben sie dies nicht immer gleich den Eltern an. Oft ist für die Eltern eine leichte Blutung aus dem Mund und eine Schwellung der Lippe das einzige Zeichen. Manchmal geben die Kinder auch nur Schmerzen beim nächsten Essen an. Im Mund sieht man dann entweder eine Zahnlockerung, Zahnfehlstellung, Fehlen eines Zahns oder die Schleimhautablederung mit (leichter) Blutung.

Vor der Abfahrt zum Behandler

Sollte ein Zahn fehlen, so versuchen Sie bitte, diesen zu finden. Da oft mehrere Zähne verletzt werden, sollte man nicht stundenlang warten und die Behandlung der noch im Mund befindlichen Zähne verzögern. Empfehlenswert ist die Aufteilung auf ein Team, das mit dem Patienten zum Behandler fährt und ein anderes, das den Zahn sucht.

Bevor Sie losfahren, rufen Sie beim diensthabenden Zahnarzt an. Oft schickt er Sie gleich zum Kieferchirurugen oder weiter in die nächste Klinik. Dann sparen Sie wertvolle Zeit, wenn Sie nicht in der Praxis unnütz warten mußten.

Andererseits ist es für deutsche Patienten abrechnungstechnisch sicherer, wenn sie von einem deutschen Zahnarzt (Arzt) zumindest mündlich nach Salzburg verwiesen worden sind und sich nicht direkt dorthin gewendet haben.

Wichtig ist weiterhin, daß Sie Ihrem Kind nichts mehr zu essen und zu trinken geben, damit eine vielleicht notwendige Vollnarkose nicht unnötig verzögert wird.

Nehmen Sie auch den Impfpass mit. Der Behandler wird nach dem Impfschutz für Wundstarrkrampf fragen.

Die Fahrt zum Behandler

Ein aus dem Mund gefallener Zahn wird am besten in den jetzt käuflichen "Zahnrettungsboxen" transportiert.

Sollte dieser nicht vorhanden sind, so empfehle ich die Lagerung in kühler Milch.

 

Behandlung:

Zunächt wird meist ein Röntgenbild angefertigt, um zu sehen, ob Teile vom Kiefer angebrochen sind, Wurzelteile des verletzten Zahnes getrennt sind oder auch nur, ob der zu Hause noch fieberhaft gesuchte Zahn nicht in den Kiefer verschoben wurde.

Die Behandlung besteht in der Säuberung der Wunden, ggf. Nähen der Wunden, der Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähne oder Einrichtung verschobener oder herausgefallener Zähne. Dazu wird eine Schiene über die verletzten Zähne geklebt.

Nachbehandlung:

In der Nachbehandlung wird kontrolliert, ob die Wunden sich entzünden, die Schiene entfernt und ob die Wurzel des wiedereingepflanzten Zahns vom Körper abgebaut wird. Dieser Abbau ist eine häufige Erscheinung. Der Grund liegt im Absterben eines Teils der Wurzelhaut, während der Zeit außerhalb des Mundes.

Dieser Prozess muß über Jahre kontrolliert werden, wobei die Abstände zwischen den Terminen größer werden.