Lasereinsatz:

Was ist ein Laser?

Der Laser (Light Amplification by Stimulated Emmision of Radiation: Lichtverstärkung durch stimulierte Aussendung von Strahlung) ist physikalisch "nichts weiter" als eine Lichtquelle für Licht gleicher Wellenlänge, gleicher Phasenbeziehung und parallelen Strahlenbündel.

Möglichkeiten des Lasers?

Der Laser ist kein Alleskönner, sondern in vielen Teilbereichen der Chirurige eine sinnvolle Ergänzung der herkömmlichen Methoden. Viele denkbare Möglichkeiten werden in der Medizin nur zum Teil ausgenutzt oder sind noch Gegenstand der Forschung.

Wichtig in der Anwendung ist vor allem die hohe Energiedichte im Brennpunkt des Laserstrahls.

Die Eindringtiefen des Laserenergie (hier CO2) sind mit 1/1000 mm relativ gering. Dadurch erhitzt das Gewebe an der Oberfläche sehr schnell auf bis zu 400 Grad und läßt das Wasser in der Zelle sofort verdampfen. Wird das Gewebe länger bestrahlt, dann wird ein Teil der Wärme in die Umgebung abgeleitet. Deshalb wurden gepulste Laser entwickelt, die zwischen den einzelnen Strahlungen immer wieder Pausen lassen.

Der in der Kieferchirurgie am häufigsten verwendete Laser ist der CO2 Laser. Man kann mit ihm fein und blutungsarm schneiden, aber auch gut verändertes Gewebe im Gesicht und Mund schonend abtragen.

Weitere Anwendungen von Lasern im Mund ist die schmerzarme Kariesentfernung. Neue vielversprechende Anwendungsgebiete in der klinischen Erprobung der wissenschaftlichen Forschung sind die Behandlung von überempfindlichen Zahnhälsen, Säuberung von Wurzelkanälen und Zahnfleischentzündungen.

Umstritten ist noch die "Glättung der Hautfalten" durch den CO2 Laser. Hier ist nicht ausgeschlossen, ob die Laserenergie die Haut langfristig noch stärker ältern läßt.

Einschränkungen der Laseranwendung?

Es gibt keinen Superlaser für alle Anwendungen. Es ist ja gerade das charakteristische am Laser, daß sein Licht nur eine bestimmte Wellenlänge aufweist. Die Wirkung dieser einen Wellenlänge auf das Gewebe hängt davon ab, ob ein bedeutender Teil des Gewebes diese Wellenlänge aufnimmt, sie ohne Wirkung durchziehen läßt oder sogar wie ein Spiegel reflektiert.

Einige Hautveränderungen lassen sich mit Er:YAG Laser eleganter abtragen als mit dem CO2 Laser. Da die modernen Laser sehr teuer sind, haben wir mit einem Kollegen eine Vereinbarung getroffen, daß wir unsere Patienten mit seinem Laser in seiner Praxis behandeln können und umgekehrt.

Ein weiterer Nachteil der Laseranwendung ist der zeitliche Aufwand bei einigen Anwendungen. So ist die Kariesentfernung mit dem Er:YAG Laser zwar fast schmerzfrei, dauert aber erheblich länger als die Arbeit mit dem bekannten Bohrer. Hier scheint uns die Präparation mit Ultraschall dem Laser überlegen zu sein, da auch der Ultraschall sehr schmerzarm arbeitet, oft deutlich schneller abträgt als der Laser und trotzdem die Vorteile von sehr kleinen Bohrlöchern mit sich bringt.

Weitere Einschränkungen ergeben sich für einige Anwendungsgebiete, da noch kontrollierte Studien fehlen. Hier ist trotz der überschwänglichen Berichterstattung in einigen Zeitschriften Vorsicht geboten.

Haben Sie noch weitere Fragen zur CO2 Laseranwendung in der Praxis?